3 Uhr morgens

14.01.08 mein telefon klingelt

er: ich kann nicht schlafen, ich kann seit einem halben jahr nicht mehr schlafen. ich bin heute auf der straße zusammengebrochen. ich kann nicht mehr, es geht nicht mehr.

ich: so lange schon? was ist denn los? ich mach mir sorgen um dich.

er: ich vermisse dich so sehr, ich verbringe die ganze woche nur damit auf dich zu warten, ich kann so nicht mehr weiter machen, ich gehe daran kaputt, ich bin vollkommen fertig.

ich:…was willst du mir damit sagen?

er: ich muss dich verlassen, es geht einfach nicht anders. aber ich will dich wiederhaben. du bist die liebe meines lebens. ich kann nicht ohne dich, aber jetzt geht es nicht mehr.

ich: bitte verlass mich nicht, es muss doch irgendwie anders gehn. warum hast du so lange geschwiegen, wenns dir so schlecht geht?

er: ich dachte, das wird von selbst, ich wollte dich damit nicht belasten, aber es geht nicht von selbst. es geht nicht anders. ich brauche einen entzug von dir. ich muss mir ein leben ohne dich aufbaun, hobbies, freunde. das geht nicht wenn du da bist. ich brauche die zeit für mich. ich hoffe nur, dass du mich dann auch wieder zurück nimmst.

ich: ja natürlich nehme ich dich wieder zurück, ich liebe dich, ich will nicht, dass du kaputt gehst. nimm dir die zeit, regle dein leben… solange du mir treu bleibst, neheme ich dich wieder zurück.

er: ich liebe dich, ich will nur dich. ich will keine anderen frauen, ich will nur wieder schlafen können und mit dir glücklich werden.

ich: und wie lange?

er: ich weis es nicht, so lange es eben dauert, wenn es so weit ist, werde ich es wissen… willst du in der zeit kontakt zu mir. icq, tele?

ich: ja will ich. wenn ich dich schon nicht sehen kann, will ich dich wenigstens so.

er: ganz ohne dich könnte ich auch nicht. du bist meine ein und alles.

… ich weis nicht, ob er das damals selber geglaubt hat, aber ich denke schon. das ist natürlich nicht 1:1 aber es ist das wesentliche woran ich mich noch erinnere. wie man erahnen kann, oder wie sich herausstellte blieb es nicht dabei. Später habe ich mal erfahren, dass lange mit allen möglichen bekannten über uns und seine probleme geredet hat und alle haben ihm geraten mich zu verlassen. sein herz sagte ihm, er soll bei mir bleiben und er tat weder das wirklich das eine noch das andere. ich war immer die stärkere von uns beiden, aber wie schwach und deswegen auch beeinflussbar er ist, hatte ich unterschätzt. ich traf die meisten entscheidungen für ihn und wenn er sich für irgendwas entschied hatte er immer mich im hinterkopf, auch wenn ich ihm so oft sagte, dass es dinge gibt, die er für sich entscheiden muss, er tat es nie.

zur erklärung: er arbeitet, ich studiere und das in unterschiedlichen städten, linz – salzburg, nicht die welt aber zu weit für ihn. wir sahen uns am wochenende und immer wenn ich frei hatte. unter der woche hatte ich die uni, meine freunde, meine hobbies. er hatte lange nur seinen pc. bevor er ich verlies hatte sich das eigentlich schon geändet, er hatte „freunde“ gefunden. warum er so daraubeharrte mich zu verlassen und doch nicht so wirklich… ich bin überfragt.

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